Natur pur im Westen Kanadas

Mit zwei Freunden wollten Moni und ich einfach mal wieder aussteigen aus dem „täglichen Wahnsinn“ und die endlose Natur dieses Landes genießen.

Im kleinen Seekayak auf dem offenen Meer die 2 m hohe Finne eines Orca Bullen vor sich auftauchen zu sehen, ist einfach gesagt – atemberaubend ! - im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Norden der 500km langen Vancouver Insel kommen sie gerne zusammen die Orcas, auf ihren Weg durch die Weiten des Pazifiks. Warum? Aus einem Fjord ergießt sich ein wilder Fluß und bringt runde Steine mit, die ins Meer kullern – dort reiben sich die Tiere und reinigen sich von Hautparasiten. Nur hier, nirgendwo sonst!

Mein Freund Andy hatte Glück, genau in der Nähe dieser einzigartigen Stelle konnte er eine 1km lange Bucht von den Indianern für 100 Jahre pachten – er musste sogar die Friedenspfeife mit Ihnen rauchen. Dort stehen nun im steilen Bergwald fest montierte Zelte, ein „Outhouse“ und neben dem klaren Bergbach hoch in den Klippen eine Plattform aus heimischer Zeder. Dort gibt es in der „Klippenküche“, zubereitet von unseren Naturführern, täglich köstlichen Fisch und Fleischgerichte, Pasta, Salate und guten Kanadischen Wein – der ist sogar wirklich gut und kommt aus dem Okanagen Tal.

Und so ganz nebenbei, wie bestellt, kommen sie dann vorbei: die Orcas in ganzen Schulen, 10 – 15 Tiere, synchron und elegant die Finnen aus dem Meer auftauchend, Seelöwen prusten und Delphine zu Hunderten jagen wie Trolle durchs klare Wasser. Vom Seekayak aus, dann die Fontänen von zwei Buckelwalen, so hoch wie ein Baum, so laut das man es über einen Kilometer hören kann! Grandios, einfach unvergesslich!

Schaut einfach mal in Youtube den Film über das Orca-Camp an:   http://www.youtube.com/watch?v=vfApEh-rK_g  – dann habt Ihre eine kleine Vorstellung was es dort zu erleben gibt. Oder Bilder von unserer Reise auf darrenrobinsonphotography.com:  http://darrenrobinsonphotography.smugmug.com/Travel/Orca-Camp-Ecosummer/32081947_DmZWnP#!i=2787209687&k=QWRP4Jc

Kurz dann zurück in die Zivilisation: mit dem Fahrrad den ganzen Tag durch Vancouver, immer direkt am Meer, an der Skyline entlang, ungezwungen, einfach stehen bleiben und fotografieren wo es einem gefällt – ein Tipp wer diese tolle Stadt mal ganz anders sehen will.

Im Olympiaort Whistler die größte frei schwebende Seilbahn der Welt erleben, sie verbindet zwei Berggipfel, 450m über dem Boden die Kabinen, 3,6km lang, aber nur zwei Sützen! - unglaublich das so was technisch möglich ist.

350 km nördlich dann der Wells Gray Nationalpark: ein Traum aus Wäldern, Gebirgen und Bergseen, Wander- und Kanu Wildnis vom Feinsten, unsere „Spielwiese“ für die nächsten zwei Wochen.

Wanderungen von Hütte zu Hütte mit Übernachtung gibt es kaum in den Rockies, aber hier ist es möglich: die Discovery und Trophy Mountain Hütte wurden privat auf ca. 2000m errichtet, das Essen wird im Frühjahr per Heli reingeflogen und eingelagert. Diese einsame und spektakuläre Route ist nur mit eigenem Guide zugänglich.

Ein schmaler Höhenweg führt 50km durch absolute Wildnis: dichte Fichtenwälder, grandiose Bergwiesen voller Blumen, Pilzen und Blaubeeren, dutzende Seen in den sich die umliegenden 3000er spiegeln, tolle Fernsicht auf die Monashee und Cariboo Mountains.
Man spürt, der Wald, seine Seen, Bäche, Moore und Niederungen hier im Nationalpark haben eine andere „Würde“, sind wild und unberührt. Sind Heimat von Wolf, Bär, Karibu und Elch – schön das es so etwas noch gibt. Wie aus einem Vakuum aus Stille und Verwunschenheit kommen wir nach 5 Tagen wieder glücklich im Ort Clearwater an.

Kann man das alles noch toppen? Ja man kann! Mit Andy auf Kanutour gehen!
Das gesamte Essen, Ausrüstung, Zelte, Schnaps, ect. für 5 Tage kommen in wasserdichte Säcke, dann werden die Kanus geschleppt: 2,5km über einen schmalen Pfad zum wilden Murtle Lake.

Er ist einer der größten nur mit Kanus befahrbaren Seen der Erde, ein absoluter Traum im Norden des Parks. Zwei über 20km lange Seearme teilen sich auf wie ein großes V – der Eine fjordähnlich mit steilen Felswänden, der Andere lieblicher mit vielen Inseln und Stränden. Ende September steht der Winter vor der Tür und wir sind allein, Leo Island, eine 100m breite Insel mitten im See wird unser Camp für die nächsten 4 Tage.
Schnell ist hier unser Basislager mit Zelt, Lagerfeuer und Kochstelle errichtet, eine Plane schützt uns vor Regenschauern. Andy kocht auf wie ein „Wilder“ - auf Zedernholz gegrillter Lachs ist unser Favorit!

Während unserer Erkundungsfahrten über diesen glasklaren Bergsee erleben wir unglaublich schöne Stimmungen bei diesem wechselhaften Wetter. Verschneit schon die umliegenden Gipfel, herbstlich der Wald, wilde Wolkenberge wechseln mit peitschenden Sturm und Regenschauern. Egal, danach kommt gleich wieder die Sonne und dann unter großen, fetten Regenbögen springen wir ausgelassen wie Kinder über unseren hauseigenen Sandstrand.

In der Vollmondnacht bin ich allein raus aus dem Zelt und um die Insel gelaufen. Wie silberne Bänder fluten die Wellen ans Ufer, schneeweiße Wolken ziehen tief über die Gipfel und Wälder, werfen Ihre Schatten in das weite Nichts des dunklen Sees - dann ein langezogenes Heulen am anderen Ufer, ein Rudel Wölfe begrüßt Ihren Freund, den Mond.

Hier paddeln zu dürfen, fernab jeder Zivilisation ist ein absolutes Privileg, ein Geschenk in unserer oft so überfüllten und lärmigen Welt. Wollt Ihr dort auch mal hin, aussteigen für kurze Zeit, dort im Westen Kanadas?

Wir wissen wie das geht und können es Euch organisieren, wenn Ihr wollt..............