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Neuseeland, unterwegs am „schönsten Ende der Welt ...

Neuseeland, unterwegs am „schönsten Ende der Welt“.....
(Hauser-Exkursionen – Reise: „Erlebniswege“ )

10 tapfere Trekkerfreunde zogen mit mir los um „Aotearoa“ über einen Monat lang zu erkunden. Spätestens seit dem Film „Herr der Ringe“ kennt jeder die Schönheit dieses Landes und die Touristenzahlen haben seitdem sprunghaft angezogen.
Nach furchtbar, langer, reiner 26stündiger Flugzeit empfing uns ein waschechter, schwäbelnder Kiwi namens Cecil, bereit mit seinem Ford Bus uns 5000km durchs Land zu fahren und über 230 km durchs Gebirge zu führen.

Gleich vorweg, es ist wirklich eine 3 Fußspurentour, die 15 – 20kg schweren Rucksäcke täglich 20km und mehr über Stock und Stein zu tragen, ist eine Herausforderung an die Schultermuskulatur – am Ende der Tour waren wir so fit, daß wir mal 700 Höhenmeter  in 1 Std. 15min „hochrannten“.

Die Fahrten quer durch das Land waren so gewählt, daß immer wieder Foto- oder Cafestops dazwischen lagen, gut verteilt dazwischen die 3-4 tägigen Trekkings, dazu das Straßennetz und der Sitzkomfort im Bus super, so waren die 5000km, wie vorher befürchtet, kein Problem für das „Sitzfleisch“.

Im Anhänger unser Gepäck und die Küche, die wir häufig auspackten, um eigene Essenscreationen zu verwirklichen und der „Fish and Chips“ Küche der Kiwis zu entfliehen. Cecil kannte dann zwischendrin die guten Pubs und Restaurants, und so wars eine gute kulinarische Mischung, die uns zusätzlich dank hervorragenden neuseeländischen Weins zu ein paar Kilo Übergewicht verhalf.

Drei Wochen Südinsel, der Rest auf der Nordinsel wegen der Vulkane und der Maoris, ist eine gute Mischung, da die großartigen Berglandschaften und berühmten „walks“ hauptsächlich im Süden zu finden sind – leider ebenfalls auch der neuseeländische Regen! Und ich sage Euch, der ist wirklich heftig!!!!
Dafür gibt’s überall unzählige Möglichkeiten nette Kiwi Trekker/innen in den vollbestzten Hütten kennenzulernen, allesamt sympathisch und freundlich!

Aber jetzt von Anfang an.............................

Nach der Stadtführung in Christchurch, einem ersten Strandwalk am Pazifik gleich nach der Ankunft aus Deutschland fielen wir wie „tote Säcke“ in die Betten – die 12 Std. Zeitunterschied sind wirklich brutal. Wer Zeit hat sollte mindestens 6 Wochen im Land bleiben oder gleich ganz „überwintern“.

Schon gings Richtung Westalpen, dieser 800km langen Traum - Bergkette, erst das flache Schwemmland der Canterburry Plains hoch, dann Fotostops entlang tiefblau schillernder Speicherseen wie dem Lake Tekapo unter blauen Sommerhimmel, vertreiben sehr schnell den Jet Lag!
Cecil scheucht uns zu Füßen des „Aorangis“, des Wolkenstechers und höchsten Berges des Landes, dem Mt.Cook, hinauf die 1000 Höhenmeter zur Müllershut. Jeder ist völlig fertig, die hohen Stufen und wiederum der Zeitunterschied, machen uns zu schaffen.
Die Energie kommt zurück durch die tollen Blicke auf diverse Gletscher, dem Eisriesen Mt. Cook und seinen Pleaden, einigen der 19 Dreitausender dieses Landes. Man kann es einfach nicht glauben, daß schon 1895 4 Kiwis diesen herllichen alpinen Gipfel erstbestiegen hatten.

Weiter geht’s durch hügeliges Sheepcountry Richtung Ostküste, und da blöken schon ein „Bruchteil“ der 70 Millionen Schafe des Landes. Hier auf den Feldern muß bewässert werden, während es an der Westküste drüben das ganze Jahr kübelt wie aus Eimern – 10 mal so viel Niederschlag wie bei uns! Überhaupt ist alles sehr gebirgig hier – 80 Prozent des Landes sind höher als 250Meter.

Ein erstes Highlight! Die Moeraki Boulders, riesige Steinkugeln, die wie zufällig von Riesenhand verstreut am schönen Strand liegen. Die Maori glauben an Kalebassen die aus einem Kriegskanu gefallen sein sollen, die Wissenschaftler dagegen an die Kräfte des Meeres, das vor 60 Millionen Jahren Kalksalze unter hohen Druck zusammenpresste und schließlich diese so unglaublich fotogenen „Steinbälle“ formte. Zu jeder Tageszeit ein Muß, das wechselnde Licht zeigt die „boulders“ fast schon erotisch in Ihren Rundungen und treibt den Fotografen in den Wahnsinn......

Die einst reichste Stadt der Südinsel, Dunedin, ist für mich auch die schönste Neuseelands.
35 Baudenkmäler gibt es heute noch, die Großgrundbesitzer, reich geworden durch Schafzucht, Goldfunde und dem Handel mit England – die ersten Tiefkühlschiffe mit Fleisch liefen schon am Ende des 19 Jahrhunderts aus – bauten tolle Universitäten, Kirchen, und Bahnhöfe aus Vulkangestein, die bis heute den Flair dieser Stadt ausmachen. Landschaftlich traumhaft an der Otago Halbinsel gelegen, bietet sie weitere Überaschungen – das einzige Schloß Neuseelands, Larnach Castle, in dem wir im „Pferdestall“ nächtigten, und Taiaroa Heads mit der weltweit einzigen Brutstätte am Festland für die Königsalbatrosse. Diese 12 kg schweren und mit 3,5m Spannweite größten Vögel der Welt, als elegante Flieger in Natura zu erleben, bleibt unvergesslich........

Sozusagen am Ende der Welt, ganz im Süden, dort wo die Blicke nur noch 2000km Richtung Südpol gehen, und das Nordkap Neuseelands, schlappe 1600km Luftlinie entfernt liegt, verzaubert uns der neu geschaffene 3-tägige Humprigde Trail – für mich persönlich eine der schönsten Ecken von „Mittelerde“.
Wie sich hier durch den ständigen Wolkenwechsel das Licht  fast schon  „skandinavisch“ ändert, die endlosen Strände verzaubert und einfaches Schwemmholz in wahre Fotomagie verzaubert, ist schon toll! Es gibt sehr gut ausgebaute, großzügige Hütten und durch den einmaligen gemäßigten Regenwald mit seinen Moosen und unzähligen Farnen führen aufwendig errichtete Holzstegpfade, so das man nicht ständig „versumpft“, zudem quert man noch den längsten Holzviadukt der Welt mit sagenhaften 125m Länge und 36m Höhe!

Das erstemal mit „schweren „ Gepäck von der Küste 1000m hoch durch eine einmalige endemische Alpinflora Richtung Humpridge Bergzug ist eine absolute Herausforderung – jeder muß heute an seine Leistungsgrenze gehen, am Hinweisschild „Okaka Hütte“ noch 6h, stöhnt jeder auf und meint OKAKE! Todmüde schleppen wir uns von der Hütte bei Sonnenuntergang noch eine halbe Stunde auf den Gipfel – gut das wir das gemacht haben! Traumblicke im schönsten Fotolicht nach Stewart Island und zur Whaewhaea Bucht und dann die Wildnis des Fjordland Nationalpark, einfach unglaublich diese Wolken und Lichtstimmungen über tief eingeschnittenen Fjorden, Bergurwäldern, und dem silbrigen Schimmern der einsamen Bergseen.

Das nonplusultra für alle Japaner und sonstigen Bustouristen in Neuseeland, und somit ein wahres „Massenspektakel“, ist der Milford Sound Fjord – 17km lang und wild, tief eingeschnitten und durch 1600m hohe, aus dem Meer aufragende Gipfel begrenzt.
Wir sehen „nur“ hunderte von Wasserfällen, die zu Tale donnern in eine Waschküche des Teufels, so schwer und schwarz sind die Wolken aus denen es unvorstellbar kübelt – 1,50m Regen in drei Tagen, das sagt schon Alles.

Nun führt uns ein Klassiker, der Routeburntrek 3 Tage und 44km durch die zentralen Alpen. Zuerst geht’s von der Divide, der niedrigsten Wasserscheide der Westalpen, durch malerischen Bergregenwald, voller fetter Moose an den Baumrinden, mit Ranken und Lianen, aufwärts. Die Atmossphäre bei ständigen Regenwetter ist gespenstisch, du glaubst gleich kommt ein ORK um die Ecke und macht Schluß mit dir......
Hunderte von Wasserfällen überall, direkt neben dem Weg, mal 3m hoch, mal 80m wie die Earlandfalls, die wir heute sogar umständlich umgehen müssen, um nicht fortgepült zu werden. Ab dem herrlichen McKenzie See geht’s hochalpin über Tussockebenen und breite Grate weiter, immer mit Blick auf das tiefeingeschnittene Hollyfordtal und dem Fjordlandnationalpark. Wir erleben waagrechten Regen, Sicht Null und dann sogar Schneefall und kriechen fluchend mit klammen Fingern in die Schutzhütte am Harris Saddle Paß auf 1300m Höhe. Wenigstens zeigt sich dann der unglaubliche Lake Harris mit frischverschneiten Bergen und nackten Granitwänden von seiner etwas besseren Seite.

Vorbei an kleinen Seen und glasklaren Bächen geht’s zur neuen und toll gelegenen
Routeburn Falls Hut – kaum erwärmen wir unsere Glieder am Holzofen, trommelt draußen schon wieder der Regensturm und hält weitere 48h an – der Abschluß dieses Trekks wird in die Analen eingehen und uns unvergeßlich bleiben, als die „Schlammschlacht“ schlechthin, einmal sogar im Sprint unter einem Wasserfall durch, - ein absolutes Muß, allerdings nur mit top Regenbekleidung ......

Über die urige Haast Pass Straße geht’s zur 400km langen Westcoast Road und siehe da, eitel Sonnenschein. Malerisch die kleinen Nationalparks am Küstenrand, sei es die Rotwassersümpfe, die durch das Tannin der reinfallenden Blätter entsprechend gefärbt werden, die letzten Farnurwälder mit Rata, Miro, Totara und Rimu Bäumen, wunderbare Buchten mit bizarren Felsformationen, tosender Brandung und bunten Kieselsteinchen – einfach schön, um die Seele baumeln zu lassen. 

Das Wetterglück bleibt uns hold – bei Fox pilgern wir wie Wallfahrer mit hunderten von Gleichgesinnten noch im Dunkeln um den Matheson See – was wir da machen? Klar den Besten Fotoplatz ergattern, denn so einen Tag wie heute, ohne Wind und Regen, gibt’s selten hier. Die Spiegelungen bei Sonnenaufgang über dem See und der Cookrange im ersten Licht sind unbeschreiblich und fressen meine Filmbestände im Eiltempo auf....... 

Das Meer ist hier nur 30km von der höchsten Erhebung des Landes, der Cook Range, entfernt. Steile Gletschertäler transportieren aus über 3000m bis in Meereshöhe ware Eisriesen zu Tale. 20km lang und bis zu 400m dick ist heute noch der Franz Josef Gletscher, vor dem wir, in inniger Anbetung, an seiner 50m hohen Gletscherfront stehen.
Diese Eisströme mal von oben zu sehen, wäre eine Traum – und er geht in Erfüllung. Ein Hubschrauber bringt uns ins Herz der Gletscher, direkt unter dem formschönen Abel Tasman, 3500m hoch, landen wir auf festem Eis und hartem Firn und unter tiefblauen Himmel stehen wir geblendet da von all dieser Schönheit – rundherum wunderbare Dreitausender, riesige Seracs und dunkle Gletscherspalten, Wolken über dem Meer. Der Sturzflug dann runter, knapp über dem Foxgletscher und seinen Schluchten,  treibt das Adrenalin nur noch höher.....

An der Westküste leben ja nur 30000 eigenwillige und stille „Coaster“, in einem Landstrich der somit dünner besiedelt ist als Lappland. In Hokitika ist heute alles anders, es sind 30000 Leute! da, zum wild-food-festival, da wird wirklich Alles was so in der Natur rumläuft, Schnecken, Würmer , Insekten ect. aufgefuttert,  und still und verschlossen ist auch keiner. Im Gegenteil, big party ist angesagt, Folkmusic, dance und beach, mit Bier ohne Ende in den Pubs. Wir mitten drin und solch eine Party an der sonst einsamen Westcoast zu erleben, ist schon was Besonderes. 

Die Schichtfelsen, die wie Pfannkuchen aussehen, die Pancake Rocks, direkt am Highway, ein weiteres Highlight bei hochsommerlichen Temperaturen. Ein Minipark mit tollen Blicken auf diese „Steinarmeen“ die sich vom Meer regelrecht ins Landesinnere zu bewegen scheinen, umtost von der Gischt der Tasman See. Wiedermal ein Fotostop pur!


Der „Heaphy“, 77km lang , ein „Traum“ von 4 Tagen, ist wohl der schönste Westküstentrail des Landes, völlig einsam und malerisch am Meer gelegen. Der erste Tag auf schmalen Weg direkt neben dem Meer, den Urwald voller Farne, Rimu und Totara Bäumen an der Seite, dazu die endemischen Nikaupalmen im gleißenden Sonnenlicht, goldene Strände mit irrer Brandung, Trekker was willst du mehr. Bei der kleinen, schnuckligen Heaphy Hut, mündet der gleichnamige Fluß aus den Bergen in die Bucht, somit ist sicheres Baden dort kein Problem. Den Sonnenuntergang im glühenden Rot, mit Rotwein auf einem Baumstamm am Meer, wird so schnell keiner mehr vergessen......... Herrliche Flußlandschaften mit Südbuchenwäldern prägen den nächsten Morgen, die längste Hängebrücke des Landes – 60m!! – lädt zum Schaukeln ein. Die Maoris zogen hier schon vor 500 Jahren hindurch um an der Küste Jade zu sammeln, John Saxxon entdeckte dann 1850 diesen Trail. Der Kahurangi Forst ist eine der letzten unberührten Wildnisse im Norden der Südinsel und so wundert es niemanden, als der Kiwi nachts bei der McKay Hut seinen Schrei rausläßt. Die Gowland Downs, die Ähnlichkeiten zum schottischen Highland aufweisen, sind eine vegetationslose, sumpfige Hochebene, die man über Holzstege und wacklige Brücken bezwingt, immer wieder den Regenschauer im Nacken. Bei Perry Saddle ein letztes Gewitter und die Golden Bay ist schon bald in Sicht.

Bei Kaiteriteri wohnen wir in der Traumlodge eines Deutschen, vegetarisches Essen inklusive. Hier liegt der kleinste, aber beliebteste Nationalpark Neuseelands, der Abel Tasman. Ein Traum aus Meeresküste, Stränden, Buchten, und Hunderter von Inseln, am Besten mit dem Seekayak zu erkunden. Ein Wassertaxi bringt uns zur Torrentbay, die Beine zurück zum Ausgangspunkt. Auf einfachen Wegen, durchqueren wir wunderschöne Schwarzfarnwälder, mit bis zu 20m hohen Exemplaren, erklimmen kleine Hügel mit herrlichen Fernblicken auf Land und Meer und streifen wahrhafte Südseebuchten mit 27 Grad warmen Wasser, wo meine Teilnehmer das erste Mal die Lust auf das Wandern verlieren........................

Wir müssen nun rüber zur Nordinsel, eine Fähre bringt uns durch den Malbourough Sound 100km nach Wellington – absoluter Traum für Segler mit den vielen kleinen Inseln, die Leute leben ohne Straßenzugang direkt am Meer und erledigen Alles per Boot, ein schöner, kilometerlanger Fjord neben dem anderen, für die Maoris das zerfranste Ende eine Kriegskanus.....

Wellington, die Hauptstadt, ist bekannt für schlechtes Wetter. Nebel wie an der Themse verhindert Fotos zur interessanten Architektur, dafür geht’s in den orginellsten Pub des Landes, direkt neben dem Regierungsgebäude, mit den wichtigsten Politikerköpfen aus Gips an der Wand.

Unser letzter großer Trek führt in den ältesten Nationalpark des Landes, den Tongariro.
1895 schon vom Häuptling Te HeuHeu der Regierung übergeben, um die einzigartige Natur rund um die Vulkane und das heilige Stammesgebiet zu erhalten.

Der nördliche Tongariro Circuit zeigt auf seinen 44km Länge, Vulkanismus pur, junge Lavaströme, alte Balsaltsockel, vielfarbige smaragdgrüne Seen in bizarrer Vulkan- und Mondlandschaft. Er war Schauplatz zahlreicher Kampfszenen im Film „Herr der Ringe“. Außerdem finden sich vielfarbige Aschehänge, kleine Bäche mit Südbuchenbeständen, hohe Tussockebenen mit eingelagerten Bergseen und immer tolle Licht- und Wolkenstimmungen.

Zum bergsteigerischen Abschluß dieser Reise erklimmen wir den anspruchsvollen Vulkan Ngauruhoe, erst 2500m Jahre alt, der uns ein perfektes Gipfelerlebnis, trotz 700m brutalen Schuttanstiegs – ein Schritt vor, zwei zurück –, bietet. Die Blicke auf Tangariro und Ruapehu sind gewaltig, ebenso der kurz darauf einsetzende Dauerregen!

Über den beeindruckenden Kratersee Lake Taupo, groß wie der Bodensee, um Christigeburt durch eine Erruption, 50 mal so groß wie die des Mount St.Helen, entstanden, fahren wir nach Rotorua, dem Zentrum der Maori Kultur.

Sonst bekommt man ja als Trekker kaum was mit von der polynesischen Kultur, einzig die Maori-Ortsnamen und Maorieigenen Radiosender fallen da auf. In Whakarewarewa erleben wir diese großartige Kultur jedoch hautnah, sehen alte Versammlungs- und Geisterhäuser, die Herstellung Ihrer unerreichten Schnitzereien und Flachsgewänder, sehen Kampf und Begrüßungslieder und staunen über die alten, wunderschönen Legenden und Mythen dieses Urvolkes Neuseelands. Unter unseren Füßen brodelts und zischts, das größte Thermal- und Vulkangebiet des Landes lädt zum Staunen ein – vielfarbige Sinterterassen, kochende Seen und Schlammtümpel, und die höchsten Geysire der südlichen Halbkugel stapazieren nochmal unseren Filmbestand.

 Was aber jetzt noch als Abschluß dieser Reise an Vulkanismus pur zu erleben ist, sozusagen als Einblick in die Entstehungsgeschichte unserer Erde, sprengt jeden Vorstellungrahmen! 100km draußen im Pazifik gelegen , gehört White Island zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt, mit einem riesigen kochenden See darin,  und ist als Einziger zu Fuß im Kraterzentrum zu begehen. Ein Privatmann kaufte diesen Vulkan der Regierung ab?! und veranstaltet nun mit Geologen exklusive Ausflugsfahrten dorthin. Wir mit Steinschlaghelm und Gasmaske! bestückt, betreten mit einem komischen Gefühl im Bauch den wackeligen und stinkenden Untergrund dieses Höllenvulkans, werden wir doch ständig gewarnt den Weg nicht zu verfehlen um nicht im kochenden Schlamm unterzugehen, die Gasmaken rechtzeitg aufzusetzen bei einem „Gasfrontalangriff“ und uns bei einer Eruption mit folgendem Steinschlag sofort niederzuwerfen und die Evakuierung durch eine „Schnelleingreiftruppe“ des Eigentümers abzuwarten.......Nun gut, wir witzeln über den finalen Ausbruch und Eruption des Kraters, die uns nochmal zur schönen Aussicht sozusagen über Neuseeland kilometerhoch ins All schleudern würde, genießen aber diese irrwitzige Athmosphäre von White Island.

Nach 5000 Straßenkilometern und einem kleinen Taifun unterwegs, erreichen wir die größte Stadt des Landes, Auckland, die sich, auf 60 Vulkanen errichtet, riesig vor uns ausdehnt. 102 Strände im Stadtgebiet und 40 Inseln im Hafengebiet gibt es, dazu über 100.000 Segelboote, eine Stadt die wirklich „segelverrückt“ ist und völlig aus dem Häuschen war, als man 2000 den Admiralscup gewann. Böse Zungen behaupten auch, dass die Auckländer zur Arbeit gehen um sich von all dem Freizeitstreß zu erholen....... nun wir geniessen zum Abschluß die schönen Parks und Museen, tätigen letzte Einkäufe und feiern mit Cecil ein großes Abschiedfest mit einem dicken Dankeschön für seine tolle Führung durch „sein“ schönstes Ende der Welt.

Ja, Neuseeland ist wirklich einfach zu bereisen, kein giftiges oder gefährliches Getier erwartet einem im Busch, du kannst Alles problemlos trinken und essen ( vor allem das Bier und den guten Wein.......), überall gibt es Informationscenter und die Kriminalität hält sich in Grenzen. Soviel alleinstehende, hübsche Trekkerinnen hab ich nirgends auf der Welt wandern gesehen – also männliche Singles, packt die Rucksäcke und nix wie hin.............

„Last but not least“ hatten wir mit dem Wetter wirklich Glück, ( lt. Cecil könnte es noch mehr regnen.......... ), wir „überstanden“ den Taifun und auch die 1,50m Regen innerhalb von 3 Tagen im Fjordland, wir knickten nicht um im Schlamm und auf den klammen Wurzeln und testeten komplett unsere teure Regenausrüstung – so war die Anschaffung auch nicht umsonst!

Außerdem muß zur Ehrenrettung des neuseeländischen Wetters gesagt werden, daß wir immer wieder auch Traumtage hatten: an der gesamten Westküste z.B. dort wo die Gletscher kalben und der Mt. Cook aufragt, war schönster Sonnenschein und der Hubschrauberflug ein Traum, am Heaphy und Abel Tasman Nationalpark, am 1.Tag des Humpridge Trails mit herrlichen Blicken hinab in die Fjorde, und so weiter,..... dass es am Routeburn, auf White Island und im Tongariro Nationalpark geschüttet hat wie aus Eimern, hab ich fast schon wieder vergessen, auch dank der stets guten Laune in der Truppe und meinen überraschend tollen Fotos jetzt danach.

Ein highlight auf allen Wanderungen sind diese unglaublichen Farnwälder, das man meint gleich einem  „Ork“( der aus dem „Herr der Ringe“) gegenüberzustehen, die Kiwis die man trifft ( nicht die Vögel), stets nett und gastfreundlich, die toll gelegenen Hütten, die unglaublich klaren Bäche und Flüsse und die hervorragend ausgebauten Wege (den Schlamm und die Wurzeln habe ich schon vergessen....)

Schade das es nur soooooooo weit weg ist...........

Michael Markewitsch, Reiseleiter Hauser Exkursionen

Hinweis: Um die Fotos in groß zu sehen, mit der Maus auf das Miniaturbild klicken!